Vergleichstabelle: Die drei Tools im Überblick

Alle Angaben zu Wettbewerbern beruhen auf öffentlich verfügbaren Informationen (Stand: Juni 2026). Preise und Konditionen können sich ändern — prüfen Sie vor einer Entscheidung immer die aktuelle Preisseite des Anbieters.

Kriterium ChatGPT Team / Business Langdock ClapNClaw
Modelle GPT-Modelle (nur OpenAI) 30+ Modelle (GPT, Claude, Gemini, Mistral u. a.) Claude (Anthropic) über AWS Bedrock
Server-Standort USA; EU-Datenresidenz-Optionen vorhanden, Metadaten werden weiterhin global verarbeitet Microsoft Azure, Frankfurt (EU) Hetzner Frankfurt, isolierter Container pro Firma; Inferenz: AWS Bedrock eu-central-1 (Frankfurt)
AVV Art. 28 DSGVO Ja, verfügbar Ja, sofort verfügbar Ja, ab Tag 1
§203 StGB Zusatzvereinbarung Nicht öffentlich angeboten Nicht öffentlich angeboten (Stand: Juni 2026) Ja, im Compliance-Tarif inkl. technischer und organisatorischer Maßnahmen
DATEV-Anbindung Nein Keine native Anbindung Ja, DATEV OAuth + Belegextraktion (Compliance-Tarif)
Preis pro Nutzer/Monat 29 € (jährlich) / 34 € (monatlich) — Stand: Juni 2026 ab 20 € zzgl. USt., Staffelrabatte, −20 % bei Jahreszahlung — Stand: Juni 2026 Team: 29 € (25 € jährlich) · Compliance: 59 € (50 € jährlich)
Support-Sprache Primär Englisch (Self-Service) Deutsch (Unternehmen aus Berlin) Deutsch
CLOUD-Act-Exposition Hoch — US-Unternehmen, US-Jurisdiktion Mittelbar — deutsches Unternehmen, Hosting jedoch auf Microsoft Azure (US-Hyperscaler) Minimiert — persistente Daten bei Hetzner (deutsche GmbH); Inferenz zustandslos ohne Speicherung

Quellen: öffentliche Preis- und Security-Seiten der Anbieter, Stand Juni 2026. Zellen ohne Preisangabe sind qualitative Einordnungen.

ChatGPT Team (Business): Der Generalist

Zunächst zur Begrifflichkeit: OpenAI hat ChatGPT Team im August 2025 in „ChatGPT Business“ umbenannt. Wer heute nach „ChatGPT Team“ sucht, landet beim Business-Tarif — in Deutschland für 29 € pro Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung bzw. 34 € bei monatlicher (Stand: Juni 2026).

Wo ChatGPT Business wirklich stark ist

Ehrlich gesagt: Für viele Unternehmen ist ChatGPT Business eine gute Wahl. Die Stärken sind real:

Wo die Grenzen liegen

Das strukturelle Problem lässt sich nicht wegverhandeln: OpenAI ist ein US-Unternehmen und unterliegt dem CLOUD Act. Auch bei aktivierter EU-Residenz werden Workspace-Metadaten, Authentifizierung und Analytics weiterhin global verarbeitet. Eine §203-Zusatzvereinbarung bietet OpenAI nicht öffentlich an — für Anwälte, Steuerberater und Ärzte, die Mandanten- oder Patientendaten verarbeiten, bleibt damit ein strafrechtliches Restrisiko, das kein AVV der Welt abdeckt. Warum das so ist, erklärt unser Leitfaden zur DSGVO-konformen KI-Nutzung im Detail.

Langdock: Die Multi-Modell-Plattform aus Berlin

Langdock ist der stärkste deutsche Wettbewerber in diesem Vergleich — und in vielen Punkten ein beeindruckendes Produkt. Das Berliner Unternehmen (Y-Combinator-finanziert) positioniert sich als KI-Betriebssystem für den Mittelstand und Enterprise-Kunden.

Wo Langdock wirklich stark ist

Wo die Grenzen liegen

Zwei Punkte sind für regulierte Berufe relevant. Erstens: Langdock hostet auf Microsoft Azure — einem US-Hyperscaler. Der Serverstandort Frankfurt schützt nicht vor der CLOUD-Act-Reichweite über den US-Mutterkonzern Microsoft. Das ist eine mittelbare Exposition, kein Totalausschluss — aber eben auch keine vollständige Datensouveränität. Zweitens: Eine §203-Zusatzvereinbarung bietet Langdock nicht öffentlich an (Stand: Juni 2026), und eine native DATEV-Anbindung existiert nicht. Zusätzlich sollten Sie bei der Kalkulation den API-Aufschlag von rund 10 % auf Modellkosten sowie die Workflow-Add-ons (ab 119 € pro Workspace und Monat) einplanen.

ClapNClaw: Der Spezialist für Berufsgeheimnisträger

ClapNClaw verfolgt einen bewusst anderen Ansatz: kein Modell-Marktplatz, sondern eine Compliance-Architektur für die Berufsgruppen, bei denen ein Datenschutzverstoß nicht nur ein Bußgeld, sondern eine Straftat ist — Kanzleien, Steuerberater und Arztpraxen.

Was ClapNClaw anders macht

Wo die Grenzen liegen — auch bei uns

Ehrlichkeit in beide Richtungen: ClapNClaw bietet nur Claude — wer zwischen GPT, Gemini und Mistral wechseln will, wird das vermissen. Die Funktionsbreite von ChatGPT (Sprachmodus, Bildgenerierung) bieten wir nicht. Und als jüngeres Produkt haben wir weniger Integrationen als die Großen. Dafür ist die Compliance-Kette kurz: ein Modell, ein Inferenz-Standort, ein AVV, eine §203-Vereinbarung — prüfbar an einem Nachmittag statt in einem Audit-Projekt.

Das Urteil: Welches Tool für welchen Fall?

Häufige Fragen

Ist ChatGPT Team (Business) DSGVO-konform?
Mit abgeschlossenem AVV und deaktiviertem Training lässt sich ChatGPT Business für allgemeine Unternehmensdaten DSGVO-konform einsetzen. Für Berufsgeheimnisträger nach §203 StGB bleibt das Problem: OpenAI unterliegt als US-Unternehmen dem CLOUD Act und bietet keine §203-Zusatzvereinbarung an. DSGVO-konform und §203-konform sind zwei verschiedene Prüfungen.
Was kostet Langdock im Vergleich zu ClapNClaw?
Langdock Business startet bei 20 € pro Nutzer und Monat zzgl. USt. (Stand: Juni 2026), mit Staffelrabatten und 20 % Nachlass bei Jahreszahlung; Workflows und API-Nutzung kosten extra. ClapNClaw Team kostet 29 € pro Nutzer und Monat (25 € jährlich), der Compliance-Tarif mit §203-Vereinbarung und DATEV 59 € (50 € jährlich). Der Aufpreis kauft die Compliance-Architektur, nicht mehr Chat-Funktionen.
Warum bietet ClapNClaw nur Claude und keine Modellauswahl?
Bewusste Entscheidung: Jedes zusätzliche Modell ist ein weiterer Unterauftragsverarbeiter, den Sie in AVV und Verarbeitungsverzeichnis prüfen und dokumentieren müssen. Ein Modell (Claude, betrieben über AWS Bedrock Frankfurt) hält die Kette kurz und auditierbar. Wer Modellvielfalt braucht und keine §203-Pflichten hat, ist bei Langdock besser aufgehoben — das sagen wir offen.
Brauche ich als Steuerberater oder Anwalt eine §203-Zusatzvereinbarung?
Ja. Wer als Berufsgeheimnisträger externe IT-Dienstleister einbindet, muss diese nach §203 Abs. 4 StGB ausdrücklich zur Geheimhaltung verpflichten. Ein AVV nach Art. 28 DSGVO ersetzt diese Verpflichtung nicht — es sind zwei getrennte Rechtsgrundlagen. Ohne die Zusatzvereinbarung riskieren Sie persönliche strafrechtliche Konsequenzen, selbst wenn das Tool DSGVO-konform ist.

Vertiefend: Unser vollständiger DSGVO-KI-Leitfaden 2026 erklärt die Rechtslage für alle drei Berufsgruppen, und die Sektorseiten für Kanzleien und Steuerberater zeigen die konkreten Einsatzszenarien.

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