Warum der AVV allein nicht reicht

Steuerberater sind Berufsgeheimnisträger. Der AVV nach Art. 28 DSGVO regelt die datenschutzrechtliche Seite: Weisungsbindung, technische und organisatorische Maßnahmen, Unterauftragnehmer. Die strafrechtliche Seite regelt §203 StGB: Wer externe Dienstleister mit Mandantendaten in Berührung bringt, muss sie nach §203 Abs. 4 StGB zur Geheimhaltung verpflichten. Beide Fragen sind getrennt zu prüfen — ein „DSGVO-konform“-Label des Anbieters beantwortet nur die erste.

Die Checkliste: acht Prüfpunkte vor dem Einsatz

PrüfpunktWas Sie verlangen solltenNachweis
1. AVVAVV nach Art. 28 DSGVO, vor dem ersten Mandantendatum geschlossenUnterzeichneter oder digital akzeptierter AVV
2. §203-VerpflichtungAusdrückliche Verpflichtung zur Geheimhaltung nach §203 Abs. 4 StGBZusatzvereinbarung zum §203 StGB
3. TrainingKeine Nutzung Ihrer Eingaben zum Training von ModellenVertragsklausel, Anbieterangabe
4. DatenstandortSpeicherung und Verarbeitung in der EU, Unterauftragnehmer benanntUnterauftragnehmer-Liste im AVV
5. ZugriffskontrolleRollen und Rechte je Mitarbeitenden, kein gemeinsames KontoRechteübersicht des Tools
6. DATEV-SchnittstelleKlar, ob Export (Datei) oder Direktverbindung; Bedingungen Ihres DATEV-Vertrags geprüftProduktbeschreibung, DATEV-Vertragsunterlagen
7. Interne RegelnKurze KI-Richtlinie: freigegebene Tools, erlaubte Daten, Verbot privater AccountsSchriftliche Richtlinie, Schulungsnachweis
8. Kontrolle der ErgebnisseJeder KI-Vorschlag ist ein Entwurf; Freigabe durch die FachkraftArbeitsanweisung in der Kanzlei

DATEV: Export oder Direktverbindung?

Für die meisten Steuerkanzleien ist DATEV das zentrale System. Bei der Auswahl eines KI-Tools lohnt die Frage, wie Daten zwischen KI und DATEV fließen. Der DATEV-Export als EXTF-Datei ist in allen Tarifen Teil der Beta — ohne DATEV-Vertrag und ohne Verbindung zu DATEV; jedes Mitglied löst ihn im Chat aus und exportiert dabei nur die Belege, auf die es Zugriff hat. Die Direktverbindung (OAuth) ist laut der DATEV-Seite für Q1 2027 geplant und heute noch nicht nutzbar; die Freischaltung für den Produktivbetrieb erteilt DATEV. Prüfen Sie unabhängig vom Anbieter die Bedingungen Ihres eigenen DATEV-Vertrags.

So sieht das bei ClapNClaw aus

Technische und organisatorische Maßnahmen im Überblick: Sicherheit und Compliance.

Häufige Fragen

Reicht ein AVV nach Art. 28 DSGVO für den KI-Einsatz in der Steuerkanzlei?

Nein. Der AVV deckt die datenschutzrechtliche Seite ab. §203 StGB verlangt zusätzlich, dass externe Dienstleister, die mit Berufsgeheimnissen in Berührung kommen, ausdrücklich zur Geheimhaltung verpflichtet werden (§203 Abs. 4 StGB).

Was gehört in eine KI-Richtlinie für die Kanzlei?

Welche Tools freigegeben sind, welche Daten hineindürfen, dass private Accounts für Mandantendaten tabu sind und dass jeder KI-Vorschlag von einer Fachkraft geprüft wird. Eine Seite reicht, wenn sie gelebt wird.

Ist die DATEV-Direktverbindung von ClapNClaw schon verfügbar?

Nein, sie ist für Q1 2027 geplant und heute noch nicht nutzbar. Der DATEV-Export als EXTF-Datei ist dagegen Teil der Beta, Stand auf der DATEV-Seite.

Welcher ClapNClaw-Tarif enthält die §203-Zusatzvereinbarung?

Die §203-Zusatzvereinbarung ist im Compliance-Tarif (59 € pro Nutzer und Monat, 50 € jährlich) ab Tag 1 enthalten. Der AVV nach Art. 28 DSGVO liegt ab Tag 1 vor.

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Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Die rechtliche Bewertung des KI-Einsatzes hängt vom Einzelfall ab. Bitte ziehen Sie für verbindliche Auskünfte eine auf IT- und Berufsrecht spezialisierte Rechtsberatung hinzu.